DAS SMARTPHONE – ÄSTHETIK EINES WERKZEUGS

Wenn wir heute auf ein Konzert gehen oder auf einer Messe eine Keynote verfolgen, erleben wir alle ein Schauspiel der besonderen Art. Dabei meine ich jedoch nicht den eigentlichen Anlass, für den wir gekommen sind, sondern das, was vor der Bühne passiert. Hunderte von Smartphones recken sich über die Köpfe der Menge um das, was da passiert in Bild und Ton festzuhalten. Psychologisch betrachtet, steht dies wohl stellvertretend für einen gewissen Drang nach Aufmerksamkeit. Die Masse wird sich Ihrer Anwesenheit nur bewusst, wenn Sie nach der Veranstaltung ein Bild von sich selbst während der Veranstaltung sieht und über die sozialen Netzwerke teilen kann. Dass das Event dadurch nur noch zu einem Mittel zum Zweck der Selbstdarstellung verkommt – nebensächlich. Die eigentliche Bühne ist das Social Web.

Siehst du? Ich war da.

Von hier aus können wir aber unseren Ansatzpunkt zum Thema Ästhetik nehmen. Wäre dieser Erfolg des Smartphones ohne das iPhone vorstellbar gewesen? Wenn wir zurück denken an den Windows 95 Home PC oder die durchaus überzogene Bezeichnung der „Telefonzelle“ für Handys wie das Bosch CarTel SC, dann können wir uns tatsächlich der Problematik bewusst werden, dass Handys und Computer eben nicht immer Consumer Centric waren. Die Technologie musste erst lernen was ein Nutzer von Ihr erwartet. 

Heute ist dieser Aspekt der User Experience – also dessen was ein Nutzer erlebt während er ein Smartphone oder auch eine App nutzt für uns im täglichen Doing nicht mehr wegzudenken – wobei auch dies an und für sich nichts Neues ist und zumindest aus dem Shopper Marketing bekannt ist, wie wichtig es ist den Kunden am Point of Sale so zu umgarnen, dass er sich wohl fühlt und dadurch dazu geneigt ist mehr zu kaufen. 

Die User Experience ist also nicht selbstdienlich, sondern unterstützt ganz rational berechnend die Ökonomisierung unseres Alltags. Ästhetik zahlt sich aus. Wir dürfen hier jedoch den Begriff der Ästhetik nicht zu kurzfassen. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird dies häufig als Synonym für das Schöne begriffen. Dabei geht es um die übergeordnete Lehre der Wahrnehmung und des Sinnlichen – also um ein ganzes Paket von Eigenschaften, die wir als Menschen wahrnehmen und darauf basierend eine Bewertung vornehmen. 

Kommen wir also zurück zum Smartphone. Welche Aspekte fließen hierbei in unsere Bewertung dessen ein? Da ist die Haptik und das Design des Gerätes selbst. Wie liegt es in der Hand? Welche Materialien hat der Hersteller genutzt? Wie warm fühlt es sich an? Stört mich die Sonne beim Lesen? Da ist das Design und die Nutzbarkeit der App. Wie intuitiv kann ich damit umgehen? Wie zeitgemäß ist das Design? Da ist aber auch der letzte und relevanteste Punkt, sind meine Umwelt und meine innere Erwartungshaltung mit dem was mir das Smartphone präsentiert deckungsgleich oder im Idealfall sogar miteinander verwoben? Erst wenn wir dies durch die Kombination aller relevanten Parameter erreichen, schaffen wir es dem Nutzer ein Ökosystem zu liefern, das untrennbar mit seinem Lebenswandel verbunden ist und nicht mehr wegzudenken ist. So wird das Smartphone über unsere Touch- und Wischbewegungen zu einem integralen Bestandteil unserer selbst – dem Menschen, denn es ist immer ein Mensch, der zeigt, der spricht, der das Gerät bedient. 

Dabei ist es richtig, dass der User rein für sich selbst betrachtet dem großen abstrakten Gebilde namens Ökosystem in Form eines anbietenden Unternehmens relativ verloren gegenübersteht. Seine Marktmacht in der Gruppe ist jedoch universell. Nutzen User unser Angebot? Wie intensiv nutzen Sie es? Klickt Er oder Sie sich bis zur letzten Ebene? Erkennen unsere Geschäftspartner den Mehrwert des Services? 

70% aller User nutzen nur ca. 9 Apps im Monat.*

Wenn wir uns dieser Zahl bei einem Vergleichswert von ca. 6.100.000 Apps in den drei großen Appstores von Google, Apple und Amazon bewusst werden, beginnen wir auch zu verstehen, warum es so wichtig ist den Nutzer direkt von Anfang an in die Entwicklung eines digitalen Angebots mit einzubeziehen. Steve Jobs hatte dazu in einem Interview in Business Week 1998 gesagt: Es ist wirklich schwer, Produkte für Fokusgruppen zu designen, da Sie selten wissen was sie wollen, solange du es Ihnen nicht zeigst. 

Also wie sollen wir vorgehen? Iterativ. Try fast, fail fast, try again, succeed faster.

Klar geht allem eine Konzeptphase voran. Wir stellen uns die Fragen: Was möchte unser Nutzer? Was wollen wir Ihnen bieten? Was können wir bieten? Was kann die Technologie leisten? Danach schließen wir uns aber nicht ins stille Kämmerlein ein und kommen nach vier Wochen mit der Zauberlösung zurück. Nein, unser Vorgehen ist agiler und setzt auch schnelle Ergebnisse. Ein Projekt kann daher zum Beispiel wie folgt aussehen. Im ersten Sprint designen wir Funktionen und bauen einen Clickdummy und testen diesen mit einigen Usern. Im zweiten Sprint können wir durch deren Feedback bereits Verbesserungen vornehmen. Die abgesegneten und für gut befundenen Features können wir direkt in der Entwicklung umsetzten. Im dritten Sprint stünde damit praktisch im Idealfall bereits ein MVP (ein Produkt mit minimalstem Funktionsumfang, das bereit für einen Rollout ist).

Und so arbeiten wir uns Sprint für Sprint an ein niemals wirklich finales Produkt heran, das aber von Step zu Step an Funktionen dazugewinnt, von den zukünftigen Usern bereits getestet wurde und vom Kunden schnell gelauncht werden kann um auch hier einen sichtbaren ROI zu generieren – oder schnell auf einer dann bestehenden Datengrundlage gegenzusteuern und notwendige Anpassungen vorzunehmen. Das moderne Ökosystem ist gnadenlos. Der Konsument gibt uns eine Chance Ihn oder Sie zu überzeugen. Gleichzeitig drängt unser Controlling dazu unsere Budgets einzuhalten. Schnelle Korrekturen werden also zum Selbstzweck im Kampf ums Überleben auf dem Markt. 

Dabei gilt es zudem zu beachten, dass sich Nutzungsverhalten mit der Zeit ändern und somit auch die Erwartungshaltung und die Gewohnheiten unserer User. 

  • Websites werden durch ständig wechselnde Inhalte dauerhaft aktualisiert. 
  • Apps haben durch die Updatezyklen der Geräte eine Lebensdauer zwischen zwei und fünf Jahren. 

Der andauernde Prototyp wird aus genau diesen Gegebenheiten zur Norm. 

Ein Update wird dadurch aber auch Teil der Wahrnehmung unseres Nutzers und somit zum integralen Bestandteil der Gesamtästhetik unseres Angebotes und in letzter Instanz unserer Marke. Und über diese können wir bereits sagen, dass Sie ein Identifikationspunkt der persönlichen Wahrnehmung und sogar Teil der Selbstdarstellung unseres Nutzers ist. 

In diesem Sinne – sind wir nicht alle ein bisschen Bluna. 

Empfehlen können wir in diesem Zusammenhang auch das Buch „SmartPhoneÄstetik – Zur Philosophie und Gestaltung mobiler Medien“

Sprechen Sie uns zum Thema Fail Fast, succeed faster an und wir unterhalten uns gemeinsam darüber, was wir für Ihre digitale Kommunikation machen können.

*Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/718258/umfrage/anzahl-der-regelmaessig-genutzten-apps-in-deutschland/

– Dies ist ein Repost meines Blogartikels für KWP-Communications vom 09.11.18 

Change – the best word to describe the 20th century

Today i have some thoughts about the ongoing and ever faster change in our society. Are we as humans? Are we as a society ready for this speed? Are we ready to digest all these new and stunning technologies? Obviously there are a lot of people who are not. However this change won’t stop. It won’t slow down. On the opposite it will get faster and faster. 


I also feel that it is – today more then ever before necessary to change faster and faster as the time for us as human race is running out. We have to change. To change to a more sustainable way of living. To change to a more social way of living. Within the next decade the digital transition will lead to a loss of a big percentage of low income or low skilled jobs. We have to recreate a meaning for our society. We have to recreate ideals towards which we can strive as individuals. 

Consumption and more money won’t be able to be these ideals any more.
We have to start reimagining our system. In the near future only a couple of international digital corporations will have the ability to produce, offer and operate all the products and service we and everybody else on this planet needs. The only one and big question being left then will be: How do we distribute and share all of this. 

My idea of the future is to have a highly automised society for everybody who wants to have it. This will offer time for every one in our society. Time for family and friends. Time for education, training and fun. Time for sports. Time to take care of our loved ones. Time to think and create ideas. In an ever changing society we wont be able to have only a few individuals thinking about our future and the fate of our planet. Everybody should be able to participate. 

Recently I downloaded the copy test for planners from one of the big advertising networks – just for fun and just to see what is out there. One of the questions was: 

„Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig.“ Die Worte stammen zwar von Einstein, eigentlich hätten sie aber auch aus jedem Plannermund kommen können. Denn Planner sind von Natur aus neugierige Wesen und ständig auf der Suche: Worüber bist du in letzter Zeit gestolpert? Gibt es einen Trend, eine Skurrilität, eine „Cultural Tension“, irgendetwas, das du nach den neuesten Trends, nach gesellschaftlichen Entwicklungen, nach allem, was uns Menschen umtreibt. spannend findest und von dem du uns unbedingt erzählen möchtest?

„I don’t have any special abilities, but I am passionate about curiosity.“ and even though these words are supposed to come from Einstein, any planner could have said them. Planners are naturally curious people always looking for new things. Which things did you discover recently? Are there any trends, drolleries or cultural tenstions you would like to tell us about?

My answer would have been: 
There are actually numerous trends I would like to talk about. However I think it is necessary to first create a common ground for us. Basically it’s also not primarily the answers that interest me but the questions. Because the questions are the things that make us think. Even though some of them might never be answerable the pure act of thinking will let us evolve. The questions I think, are most essential at the moment, are: 
· What is artificial intelligence? Is it dangerous? How do we interact with AI? Will the be basic AI rights? 
· What is the connected human? Will there be a moment for us to store our conscious mind in cloud? How will this change our personality? How will this change our behavior? How will it change our way to decide if we could always access every available information within seconds?
· Why is our society getting more liberal and more conservative at the same moment? Why are we as a society not listening to science any more but to populist emotions instead? 
· Is inequality killing the progress we made regarding humanism? 
· Is there a new mass exodus? 
· Is it right to demand libaralism, freedom and democracy for everyone or are we merely arrogating a moral absolutism? 
· Can we continue to exploit our planet? Will we be able to use the resources of our solar system? What are we going to do with our trash? Where will clean air, water, food and energy come from? Can there be anything like fairness? 
· Are progress, equality and sustainability not contradictions? 


Only thoughts and ideas will be able to answer these questions and to solve these problems. 
As so often, Steve Jobs had the right words to finish this blog post: 

 If you prefer the short version an old apple ad fits it even better. 

Netwirtschaft.net

Mein Interview auf Netzwirtschaft.net

Wer ist Bernd Kunkel ? Bitte stell Dich doch mal kurz vor.

Familienvater, Kundenberater bei La Mina, Gründer von Soundbad, Gründer von INN, Engagierter Entrepreneur, Weltverbesserer, Philosoph. Master in international Business & Strategic Management, Diplom in Marketing Communications,
3 Jahre Berufserfahrung als Kundenberater im Marketing, 1 Jahr Berufserfahrung in Livekommunikation, 2 Jahre Erfahrung als strategischer Planner, 8 Jahre Erfahrung als Konzertveranstalter. Aufgewachsen in den 90ern. Kennt analog und lebt digital und möchte das Beste von Beidem miteinander verbinden.

Damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch einen kleinen Spleen von Dir.

Ich muss mir wirklich alles aufschreiben. Ohne die Erinnerungsfunktion von meinem iPhone wäre ich absolut aufgeschmissen.

Ich habe wirklich ein Problem mit Regeln. Die meisten davon sind einfach absolut überflüssig. Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass Regeln für Menschen gemacht sind, die nicht selbst denken können oder wollen.

Elevator Pitch! Was macht Eure Firma? Und vor allem: was macht ihr am besten, wo liegt Eure Superpower?

La Mina zeichnet sich vor allem durch die Vielschichtigkeit aus. Wir blicken über den Tellerrand. Wir verknüpfen Erfahrungen aus einer Vielzahl von Branchen, aus B2B und B2C aus einer Vielzahl von Disziplinen und Maßnahmen. Aus Digital und Analog. Dies fließt alles in eine Strategie ein, deren Ergebnis es sein muss, die Ziele des Kunden umzusetzen. Für Selbstbeweihräucherung wie es in der Branche so üblich ist, ist da kein Platz. Am Ende zählt nunmal der ROI.

Apropos Superpower: Verrätst Du uns ein „Best Practice“ Beispiel Deiner Firma, wo ihr besonders erfolgreich wart?

Für unseren Kunden Agaplesion Elisabethenstift haben wir eine Ausbildungskampagne entwickelt, die neue Auszubildende für den Beruf Gesundheits- und Krankenpfleger/in werben soll. Die Kampagne wurde vor allem auf 18/1-Plakatflächen mit drei verschiedenen Motiven gefahren und dann im Rahmen von Ausbildungsmessen mit Vor-Ort-Shooting in Social Media überführt. Die relevante Zielgruppe wurde zu 90% durchdrungen und die Anzahl der qualitativ hochwertigen Bewerbungen stieg um 120%. Ca. 60.000 Views auf Facebook sprechen denke ich auch für sich. Neben einer hochklassigen kreativen Arbeit, sind dafür unserer Ansicht nach vor allem der Crossmediale Ansatz, das Involvement der Zielgruppe und das klassische AIDA-Werbewirkungsprinzip verantwortlich.

Wie lebt ihr Digitalisierung in Eurem Unternehmen? In welchem Bereich habt ihr Digitalisierung erfolgreich um- oder eingesetzt?

Ich finde die Debatte um die Digitalisierung absolut überzogen. Die Technologisierung und das Vereinahmen unseres Lebens durch digitale Produkte findet so oder so statt. Viel interessanter ist doch, welche Auswirkungen dies auf uns und unsere Arbeitsweisen hat. Und hier sind wir bereits gut aufgestellt. Ich habe irgendwann am Anfang meines Studiums den Satz gehört: „Ab sofort kennt Ihr keine Wochentage mehr sondern nur noch Deadlines.“ Und genau in diese Richtung entwickeln wir uns auch hier mehr und mehr. Alles was wir an Prozessen innerhalb der Agentur automatisieren können um uns mehr Zeit freizuschaufeln, überprüfen wir zumindest auf die Machbarkeit und implementieren es, sollte es sich als sinnvoll herausstellen. Da findet Kundenkommunikation eben auch über Whatsapp und Facebook statt wenn Sie über diese Kanäle am besten erreichbar sind. Für uns ist es auch interessant zu sehen, dass sich in vielen Unternehmen im Zuge des digitalen Wandels eine „Anwesenheitskultur“ eingebürgert hat obwohl diese eigentlich in vielen Fällen gar nicht mehr nötig wäre, da die Technologie es uns ermöglicht von zuhause, aus dem Park oder in einem Shopping Center direkt bei unserer Zielgruppe zu arbeiten und über das Handy sind wir sowieso erreichbar. Am Ende zählt doch nur, dass eine Kampagne pünktlich zum Rollout fertig und produziert ist, wie das passiert, ist vollkommen egal.

Wenn Du Dir die Netzwirtschaft insgesamt, Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein? 

  • Herausforderung für die Gesellschaft, bzw. den Staat:

Für unsere Gesellschaft wird es eine gewaltige Herausforderung, die Umwälzungen auf dem Arbeitsmarkt sinnvoll zu begreifen. In den kommenden Jahren, werden Millionen Jobs durch die Automatisierung des Transportes wegfallen. Trucker, Taxifahrer, Zugführer machen noch immer den Hauptteil aller Beschäftigungsberufe aus. Mercedes hat erst in der letzten Woche bekannt gegeben noch in diesem Jahr mit den Tests für Ihren autonomen Truck in Deutschland zu beginnen. Unserer Gesellschaft, muss es gelingen, den Menschen eine Perspektive für Ihre freiwerdende Zeit zu liefern. Mal ganz abgesehen von den finanziellen Aspekten, stellt sich die Frage, wie Menschen ihre Zeit für sich sinnhaft, eigenverantwortlich und positiv nutzen können. Das Zwischenmenschliche und Kreative wird in diesem Zusammenhang wieder einen höheren Stellenwert erhalten müssen. Allerdings muss unsere Gesellschaft diese „neue Unproduktivität“ (im industriellen Sinne) erst akzeptieren lernen.
Die zweite große Herausforderung, ist die Globalisierung. Was augenblicklich passiert, ist, dass neben der Industrie auch alles andere global wird. Die Kultur, die Sprache, Lebensentwürfe und vieles mehr. Hier gibt es zwei starke Strömungen: die einen die dieser Entwicklung positiv gegenüberstehen und etwas zum Besseren verändern möchten und die Restriktiven die mit aller Gewalt an einem veralteten Weltbild festhalten möchten. Für uns als Staat aber mehr noch als Europa, ist es wichtig die daraus resultierende Spaltung der Gesellschaft zu verhindern.

  • Herausforderung für die Netzwirtschaft in Deutschland / Europa:

Die Herausforderungen, sind hier auch vielschichtig. Eine Abhängigkeit von wenigen Monopolisten, gibt es m.E. nicht. Das Internet ist nunmal ein internationaler Raum, auf dem ein großer Player direkt zum Platzhirschen wird. Jedoch kann dieser auch genauso schnell wieder verschwinden. Die Halbwertszeiten im Netz sind nunmal viel kürzer als in der klassischen Wirtschaft. Für uns ist es eher wichtig, Möglichkeiten zu schaffen. Möglichkeiten für Gründer einfacher an Venture Kapital zu gelangen. Möglichkeiten für Investoren steuerlich attraktive Investments vorzunehmen. Der Vorschlag zur Änderung dessen was in der Szene schon als „Anti-Angel-Gesetz“ benannt wurde der großen Koalition ist ein Affront gegen den digitalen Fortschritt. Wir müssen dafür sorgen, dass unsere Gesetze, die nichts anderes tun als etablierte Geschäftsmodelle zu schützen Platz machen für digitale und klassische Innovationen die unserer Gesellschaft zugute kommen. Wir müssen dafür sorgen, dass Geschäftsmodelle und unser gesamtes Wirtschaftsmodell nachhaltiger werden. Hillary Clinton liegt mit ihrem Vorschlag zur Änderung der Quartalsberichterstattung da schon ganz richtig. Ein weiterer Punkt ist unser Bildungssystem. Wir müssen wieder dazu übergehen, das Denken und Reflektieren zu fördern und nicht nur die Effizienz. Beides sollte zumindest gleichberechtig sein.

  • Herausforderung für unseren Markt:

Für unseren Markt stellen sich ähnliche Herausforderungen. Die Automatisierung, wird die Effizienz der Werbung enorm steigern. Intelligente Software wird bis zu einem gewissen Teil zumindest die Arbeit der Agenturen besser und schneller erledigen. Für unser Bestehen am Markt ist es deshalb von größter Wichtigkeit, dass wir bessere, wirkungsvollere und vor allem kreativere Kommunikation über alle bestehenden Kanäle denken. Wir müssen endlich damit aufhören, in digital, klassisch oder sonstige Kategorien zu teilen. Den Konsumenten und Kunden ist es vollkommen egal, wie wir eine Kampagne denken. Sie muss ihn dort erreichen wo er ist. Sie muss für ihn einen wertvollen Mehrwert bieten und sie muss sich einer einfachen Mechanik bedienen. Sonst wird sie verpuffen.

  • Herausforderung für unsere Firma:

Für uns als Agentur, ist es wichtig, dass wir uns neben dem Tagesgeschäft die Zeit nehmen über die Probleme unserer Kunden nachzudenken, die dieser eventuell noch gar nicht erkannt hat. Die Rolle der Agentur wird dabei zunehmend von der eines Unternehmensberaters beeinflusst. Das hat seine Gründe vor allem darin, dass wir tiefer in dem Prozess der Digitalisierung verankert sind und unsere Erfahrungen für unsere Kunden sehr wertvoll sind. Gemeinsam mit den eigenen Erfahrungen der Kunden, lassen sich daraus nicht nur erfolgreiche Marketing Kampagnen sondern auch erfolgreiche Geschäftsmodelle entwickeln.

Was hat Dich bisher am meisten am Internet geärgert, was am meisten gefreut?

Das lässt sich auf einen Satz runter brechen: „Jeder hat eine Stimme.“

Welches „Problem“ (privat oder im Unternehmen) würdest DU gerne von einem Start-up gelöst bekommen?

Da ich gerade erst selbst wieder ein Startup gegründet habe beantworte ich diese Frage mal mit dem Problem das mein Startup angreift. Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem wir theoretisch mehr als ausreichende Produktionskapazitäten für alle Menschen geschaffen haben. Und genau aus diesem Grund produzieren wir mehr und mehr für die Tonne. Unser Startup (INN – i-need-now.com) beschäftigt sich mit diesem Problem. Wir möchten den aktuellen Trend der Shareconomy (über das Wording könnte man sich auch trefflich streiten) nutzen, um ein Bewusstsein für den Co-Konsum und das gemeinsame Nutzen von Produkten zu steigern.

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für… 

  • einen Blog / eine Newsseite / ein Fachmagazin (auch Print), mit dem/der Du Dich zu Fachthemen gerne informierst

Gründerszene, t3n, Brand eins, The European – und noch viele andere. Ich finde man sollte sich immer aus einer Vielzahl von Quellen informieren.

  • einen Artikel, der Dich in der letzten Zeit am meisten begeistert hat (mit URL)

http://t3n.de/news/sanfte-manipulation-5-einfache-619087/

Manchmal ist Marketing so einfach.

  • ein spannendes Buch, das Dich für Dein Business inspiriert hat

Ayn Rand – Atlas Shrugged. – Auch wenn es jetzt schon etwas älter ist. Die Inhalte des Buches und Ayn Rands Philosophie sind aktuell wie nie. Die Parallelen zu unserer Gesellschaft geradezu erschreckend.

  • eine Veranstaltung(-sreihe), auf der Du wirklich etwas dazugelernt hast 

dmexco. Branchentreffen sind immer interessant.

  • das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit

Google; Powerpoint & Excel. – Mein wichtigstes Tool ist mein Kopf.

Mit welchem Experten würdest Du am liebsten einmal 1 Tag zusammenarbeiten, und warum? 

Elon Musk – Die Tesla Story ist einfach zu interessant.


Das Interview ist ein Repost von Netzwirtschaft.net