SOCIAL MEDIA – DAS TOASTBROT UNTER DEN MARKETINGKANÄLEN

What the fuck. Sind die bei KWP hungrig oder einfach nur Banane? Was soll denn jetzt Social Media mit Toastbrot (von englisch toast ‚rösten‘ aus lateinisch tostus ‚getrocknet‘, ‚gedörrt‘, ‚geröstet‘, ‚gebacken‘) zu tun haben?

Laut Stupidedia ist Toast folgendes: 

„Die Fladenbrotabwandlung und US-Amerikanische Erfindung zur Gleichschaltung der Welt, genannt Toastbrot, ist ein feinporiges, leicht gedrungenes und schnell anbrennendes Einheitsbrot, das auf der ganzen Welt gleich aussieht, den gleichen Namen besitzt und gleich nach Toast schmecken muss. Da der Geschmack nur schwer zu beschreiben ist, einigte man sich, auf eine Beschreibung zu verzichten, mit der Folge, dass heute keiner mehr darüber nachdenkt, wie das Toastbrot eigentlich schmeckt… Oft wird behauptet, Toast wurde ausschließlich erfunden, um teure Toaster zu verkaufen. …“

Und damit haben wir auch schon unsere Definition von Social Media. Eine US-Amerikanische Erfindung zur Gleichschaltung der Welt, ohne großen Anspruch, geschmacklos und damit aber auch ein leeres Vehikel, dass wir selbst mit Leben füllen müssen – eben wie ein Toast mit Konfitüre, Nutella oder als Croque Monsieur. 

Und genau hier spielt Social Media seine eigentliche Macht aus. Für jede Zielgruppe und sei sie noch so klein, werden wir aufgrund der Social Media Verbreitung in der Gesamtbevölkerung fündig. Die Individualisierung hat mit der minimalsten Menge n=1 Ihren Höhepunkt erreicht und für die Marketingkommunikation den goldenen Gral bereitgestellt. 

Über Markenprofile können wir eine dauerhafte Fanbase aufbauen und mit diesen kommunizieren. Wir haben somit auch die Möglichkeit Gespräche über unsere Marke und unsere Produkte auf unseren Kanälen zu bündeln und zu moderieren. Negatives Feedback, aber auch Lob, erreichen uns dadurch schneller und ungefiltert. 

Seitenstatistiken und Insights in Posts, Shares und Kommentare geben uns ein sehr detailliertes Bild davon, welche unserer Inhalte funktionieren und welche unserer Inhalte kein großes Interesse ausgelöst haben. Für den heute häufig gewählten Ansatz des Inbound Marketings, sind dies unverzichtbare KPIs um das Marketingbudget sinnvoll einzusetzen. 

Alleine die Vielzahl der bestehenden Sozialen Medien (Facebook, LinkedIn, Twitter, Youtube, WhatsApp, Snapchat, Instagram, WeChat, Pinterest, Twitch) führt immer wieder zu Diskussionen darüber, welche dieser Kanäle sich lohnen und welche reine Zeit- und damit Ressourcenverschwendung sind. Aber wie können wir feststellen, wo unsere Zielgruppe genau zu finden ist? Und damit welche Kanäle wir bedienen sollen? 

„Facebook ist ja nur noch für Rentner.“ „Meine technische Zielgruppe ist nicht auf Facebook, die haben besseres zu tun.“ „Influencer? – Ist das nicht die Grippe?“ 

Solche und andere Kommentare zu den sozialen Netzwerken erreichen uns auch heute noch. Und wir können Sie eigentlich alle nur relativieren. 

„Nein auf Facebook ist jeder – vielleicht in verschiedenen Besuchsfrequenzen aber jeder – die älteste Nutzergruppe wächst nur gerade am schnellsten und die jüngste Nutzergruppe hat zwar ein Profil, ist aber eventuell nur einmal im Monat auf Facebook selbst aktiv – den Login benutzen Sie aber eventuell täglich.“

„Deine technische Zielgruppe ist auch auf Facebook. Du möchtest ein Beispiel?”

Wie wäre mit 17.815 Likes; 1.903 Shares und 2.548 Kommentaren für ein Bild einer Schweissnaht auf dem Kanal „Bob der Pfuscher“.

„Nein, Influencer stellen die moderne Form des Empfehlungsmarketings dar, denn das was deine Freunde dir empfehlen, kaufst du mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit. Nur gilt auch hier wie überall. Passt der Influencer zum Produkt? Ist es glaubwürdig und können wir auf eine längerfristige Partnerschaft setzen? Als Abverkaufswerbung und Ersatz für die Schweinebauchanzeige funktioniert es in den meisten Fällen nicht.“ 

Um aber zurück zu kommen zur Frage, wo finde ich meine Zielgruppen und welche Kanäle sind sinnvoll? 

Prinzipiell können wir alle Kanäle empfehlen. Über ein Social Media Management Tool wie Hootsuite oder Facelift, lassen sich einmal erstellte Posts über alle verknüpften Kanäle ausspielen und auswerten. Damit sinkt der Arbeitsaufwand auf ein Minimum und wir sind sicher, dass wir keine Person unserer erweiterten Zielgruppe auslassen. Das Gieskannenprinzip, kann hier also funktionieren. 

Schwieriger wird eine Einschätzung dann, wenn wir Inhalte sehr speziell in einzelnen Gruppen posten und einen Ansatz der Expertenpositionierung wählen. Zumindest anfangs bedarf es hier eines großen Rechercheaufwands um die entsprechenden Gruppen, Kanäle oder auch Influencer zu finden, einzuordnen und zu bewerten. Zusätzlich stehen Plattformen wie Xing einer werblichen Kommunikation in seinen Gruppen eher ablehnend gegenüber. 

Also alles positiv? 

Zwei kritische Aspekte zum Thema Social Media möchten wir aber auch nicht außen vor lassen. Da ist das Thema Datenschutz, Camebridge Analytica, Bots, Clicknetzwerke und die berüchtigten russischen Hacker. Hier können wir beruhigen. Ja, es gab Datenklau auf Facebook und die Algorithmen, die vor allem beliebte Inhalte nach oben befördern und damit sichtbar machen lassen, sich auch missbrauchen um gesellschaftlich zumindest fragwürdigen Botschaften eine maximale Reichweite zu verschaffen. Die Filterblase ist im Social Web Realität. Wir müssen dabei aber auch sehen, dass es diese immer schon gab und durch Facebook und Co. einfach nur eine neue, zunächst noch unbekannt Dimension erreicht hat, mit der wir uns alle erst noch arrangieren müssen. 

Als zweiten Negativpunkt möchte ich den #Shitstorm anbringen. Der digitale Skandal, der Fäkalien über eine Marke oder ein Unternehmen regnen lässt ganz nach dem Schlachtruf #empörteuch. Ein Schreckgespenst vor dem sich alle Marken fürchten. Aber auch hier ist die Realität deutlich entspannter. Ein Shitstorm ist nur die Sau, die heute durchs Dorf getrieben wird. Morgen ist es eine andere und übermorgen vergessen. Nur ein sehr, sehr geringer Teil an Shitstorms führt wirklich zu einem nachhaltigen und andauernden Boykott oder Umsatzverlust. 

Es spricht also eigentlich nichts gegen den Einsatz von Social Media in der Marken- und Unternehmenskommunikation – vor allem auch im Employer Branding. 
 

Kommen wir zurück zum Anfang und damit zum Toastbrot und einer weiteren Gemeinsamkeit von Toast und Social Media. Übermäßiger Konsum macht träge und dick. Damit das nicht passiert, beraten wir Sie gerne im richtigen, zielgerichteten und KPI gesteuerten Umgang mit Social Media.

– dies ist ein Repost meines Blogartikels für KWP Communications vom 21.09.18

MESSEN WERDEN DIGITAL – AUGMENTED, TOUCH ODER VIRTUAL

Von Jahr zu Jahr zieht ein großer Tross an Ausstellern, Messebauern, Druckereien, Hostessen und Caterern durch die Messehallen Europas um Marken und Produkte erlebbar zu machen. Tangible wie es heute heißt. 

Messen erzeugen nach wie vor eine unglaubliche Anziehungskraft und Faszination für die Besucher. Als zentraler Austausch- und Treffpunkt einer Branche ermöglicht es dieses eine Event einen aktuellen Überblick zu technischen Neuerungen und dem Angebot der Produzenten und Händler von morgen zu erhalten. 

Neben der klassischen Produktpräsentation, die auf globalen Leitmessen wie der IAA oder der IFA auch deutlich aufwändiger ausfallen – bspw. durch aufgeschnittene Motoren, durch Prototypen, durch Muster in allen verfügbaren Farben und Oberflächen und vor allem durch eine Vielzahl an begreifbaren Produkten. 

Aber seit Jahren sehen wir auch digitale Lösungen, die sich immer mehr zum festen Bestandteil eines gelungenen Messeauftritts entwickelt haben. Im Folgenden möchten wir auf einige davon eingehen und einen Ausblick auf das geben, was noch bevorsteht. 

Screens, Touchscreens & Präsentationen

Bildschirme für Meetingräume – geschenkt. Große Videowalls auf den Messewänden auch nichts Neues. Interaktive Touchscreens mit Präsentationen oder Apps, die ein Produkt erklären, Daten und Fakten sowie zusätzliche Visualisierungen bereithalten, sehen wir dagegen nicht so häufig und können so der eigenen Produktpräsentation einen zusätzlichen Anreiz verschaffen. Der beste Weg führt hierbei über eine spielerische explorative Hinführung zum Produkt – die Gamification. 

Leadgenerierung

Die Visitenkartenbox hat noch nicht ausgedient, aber in den letzten Jahren einige Partner bekommen. Meistens können von der Messe zur Verfügung gestellte Apps die personalisierten Tickets der Besucher scannen und uns somit eine relativ genau Auskunft darüber geben, wer auf unserem Stand war. Hinzu kommen entsprechende Services zur Besucherbefragung und Anwendungen, mit denen das Standpersonal einen solchen Review selbst durchführen kann. 

Konfiguratoren

Für den Fall, dass ein Produkt nicht in allen erhältlichen oder vielleicht sogar möglichen Varianten präsentiert werden kann, eignen sich digitale Konfiguratoren, die dem Standbesucher eine Möglichkeit eröffnen die volle Breite und Tiefe eines Produktportfolios zu erkunden. 

Spiele

Kickertisch, Videospiele, Tombolas. Spiele oder die spielerische Erkundung von Produkten sind in adäquates und bewehrtes Mittel um Besucher auf den Stand zu locken und Sie dort zu binden bis ein Ansprechpartner Zeit hat. 

AR

Die aufgesetzte Realität – Augmented Reality – mapped durch eine vom Nutzer getragene Brille zusätzliche Informationen in das Sichtfeld des Users. Was wir schön in diesem Extrembeispiel der Hyper-Reality sehen können. 

Auf einer Messe kann eine VR-Brille die Rolle der klassischen Produktflyer übernehmen, indem bspw. ein Reifen erkannt wird und direkt die Eigenschaften im Sichtbereich der Standgastes angezeigt werden. 

VR

VR steckt immer noch in den Kinderschuhen. Wir sehen aber auch hier zunehmend ausgereiftere Ideen und Technologien. Was vor zwei, drei Jahren mit den 360° Videos begann, wird zunehmend inversiver und interaktiver. Bestes Beispiel dafür sind wohl die jährlich auf der IFA ausgestellten Cases von Samsung, deren VR-Brillen – die Samsung Gear – VR für verschiedenste Erlebnisse vom Kajakfahren über Bungeejumping bis hin zum Fahren auf einer virtuellen Achterbahn eingesetzt wird. Vor allem für komplizierte Produkte oder für Services, die sich auf einer Messe nicht präsentieren lassen, kann also VR eine Lösung darstellen. 

Social Media

Social Media wandelt sich von einem Nachrichtenkanal, auf dem von Kunden über Messen und Events berichtet wird immer mehr zu einem aktiven Kanal, auf dem auch während der Messe ein aktiver Austausch mit den Besuchern stattfindet. Influencer werden zum Reichweitenaufbau und zur Interaktion mit den Gästen im Vorfeld eingesetzt und ziehen während der Messe Heerschaaren ihrer Fans zu einem Stand und schaffen so eine emotionale, greifbare Verbindung zu den Produkten oder Marken. Die Selfies und eine nochmals gesteigerte Reichweite kommen dadurch ganz von alleine. 

Beacons

Bodenaufkleber sind oldschool, funktionieren aber nach wie vor. Beacons sind mittlerweile marktreif. Was sind Beacons? Zu Deutsch Leuchtfeuer, sind kleine Sender, die wir in Wänden, Objekten oder in Möbeln und Produkten verstecken können und die eine genau definierte Funktion ausführen. So kann bspw. ein Sonderangebot auf allen Handys angezeigt werden, die mit aktivem Bluetooth an ihm vorbeilaufen. So können wir zusätzliche Besucher dazu bewegen unseren Stand zu besuchen. 

Wie gilt es also vorzugehen? Eine Messe bedarf einer langen Vorbereitungszeit und dem Management von vielen verschiedenen Stakeholdern aus den einzelnen Geschäftsbereichen, Agenturen, Messebauern, dem Marketing und dem Vertrieb. Sie alle stellen Medien für die Präsentation auf der Messe zur Verfügung, dies sind Produktvideos, Imagefilme, Erklärfilme, Bilder, Grafiken, Powerpoints oder PDFs. 

Da ein Messetermin nicht verschiebbar ist, ist es umso wichtiger alle diese Beteiligten von Anfang an mit in die Planung einzubeziehen. 

Alle Medien müssen ins vorhandene Corporate Design überführt werden. 

Digitale Lösungen müssen konzipiert und entwickelt werden. Die finalen Anwendungen müssen für alle möglichen Endgeräte wie Touchscreens, Multitouchtables, Tablets, Smartphones, Laptops, VR- und AR- Brillen zur Verfügung gestellt werden und dies auch für die entsprechenden Betriebssysteme. 

Die eigentlichen Inhalte müssen dann in einem letzten Schritten über ein Redaktionssystem, das Backend oder das Frontend in die Anwendung eingepflegt werden. 

Und das alles vor „Doors Open“ – denn jede Messe ist eine Premiere und den ersten Eindruck gibt es nur einmal. 


Gerne beraten wir Sie hinsichtlich der aktuellen technischen Möglichkeiten und zu Best Practice Beispielen in der Livekommunikation auf Messen und Events. Gerne setzen wir diese dann auch eigenständig oder in Kooperation mit Ihrer Bestandsagentur oder Ihrem Messebauer um.

– dies ist ein Repost meines Blogartikels für KWP Communications vom 12.09.18